Eltern überglücklich – Brutaler Sohn wird Reducetarier!

baby-1880769_1920Heinz und Renate W. sind begeistert, denn ihr Sohn Rudi (7) wird endlich Reducetarier und hat sich vorgenommen, zukünftig seine kleine Schwester Sandra (2) nur noch an 6 Tagen pro Woche grün und blau zu prügeln, statt wie jetzt täglich.

“Es ist immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Wir sind so stolz auf ihn.”

In ein oder zwei Jahren, wenn Rudi sich daran gewöhnt hat, kann er vielleicht sogar auf nur 5 Tage wöchentlich reduzieren. Wer weiss, womöglich schafft er es in 20 oder 30 Jahren sogar, ganz auf Gewalt zu verzichten. Sofortigen Gewaltverzicht zu verlangen, wäre einfach viel zu extrem, total dogmatisch und vor allem völlig unrealistisch.

“Man darf einfach nicht zu viel auf einmal verlangen. Da wird Rudi störrisch und verweigert sich total. Man muss eben dankbar für jede noch so kleine Verbesserung sein.”

Die kleine Sandra hat sich nicht dazu geäußert, sie erholt sich noch von den letzten Faustschlägen und freut sich schon einmal auf den kommenden “beat-free” Montag.

#Reducetarianism #Flexitarianism #Pescetarianism #Vegetarianism #Bullshitarianism

#NoExcuses #GetReal #BeFair #GoVegan

Englische Version:
https://oideschachdl.wordpress.com/2017/05/08/parents-overjoyed-brutal-son-goes-reducetarian/

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3 thoughts on “Eltern überglücklich – Brutaler Sohn wird Reducetarier!

  1. Pingback: Parents overjoyed – brutal son goes reducetarian | Donnerndes Schweigen

  2. Ich schreibe diesen Kommentar weil ich einen anderen Post von Ihnen gelesen habe (“Ich blöde, vegane Extremistin”). Den anderen Post finde ich überzeugend geschrieben, mit gut durchdachten, nachvollziehbaren Argumenten. Ich gehe davon aus, dass Sie mit ihrem Blog andere Menschen dazu veranlassen möchten, sich dafür einzusetzten dass Tierleid verringert wird – und ich hoffe inständig, dass Ihnen das gelingt.
    Warum schreibe ich jetzt hier einen Kommentar? Weil ich glaube, dass Posts wie dieser der falsche Weg sind.

    Ich denke, die meisten Menschen die bewusst ihren Fleischkonsum reduzieren haben sich Gedanken über die Argumente gemacht, die Sie gebracht haben. Darum essen sie jetzt weniger Fleisch, damit weniger Tiere für ihren Genuss leiden und sterben müssen. Trotzdem verzichten sie nicht komplett auf Fleisch, zum Beispiel weil sie den Geschmack so sehr lieben, oder gerne mal mit Freunden grillen die alle überzeugte Fleischesser sind. Oder weil Fleisch eben leider billig und einfach zu kochen ist, und sie nicht ausreichend Alternativen kennen.
    Sind das “gute” Gründe? Nein, natürlich nicht. Aber es ist eben so. Auch wenn die Argumente dagegen bekannt sind, ist es eben so.
    Ich glaube es ist wichtig zu akzeptieren (nicht gutzuheißen), dass es Leute gibt, die von heute auf morgen Veganer werden, und Leute die das – aus welchen Gründen auch immer – nicht schaffen oder sich dagegen entscheiden.
    Und dann ist es doch gut wenn zumindest Schritte in die richtige Richtung gemacht werden, oder? Wenn zum Beispiel wie bei “Reducetariern” weniger Fleisch gegessen wird. Auch wenn sehr viele Personen weniger Fleisch essen würden, müssten insgesamt sehr viel weniger Tiere leiden.

    Es gibt eben nicht nur schwarz und weiß, sondern auch ein dazwischen. Zwar verstehe ich schon, dass Sie das nicht akzeptieren möchten- aber wenn Sie Menschen angreifen, die Schritte in die richtige Richtung machen führt das nicht dazu, dass die besser zuhören, sondern im Gegenteil zu Widerstand. Menschen die sich angegriffen fühlen versuchen meistens, sich zu verteidigen. Dann hört sich niemand mehr richtig gegenseitig zu und niemandem ist geholfen.

    Ich habe das Gefühl, in solchen Diskussionen geht es hauptsächlich darum, recht zu haben. Und natürlich haben Sie recht. Aber was bringt es bei diesem Thema, recht zu haben? Viel sinnvoller wäre es doch, die andere Person von etwas zu überzeugen, davon zu überzeugen ganz mit dem Fleischkonsum aufzuhören. Und überzeugen kann man nur, wenn man auf Augenhöhe kommuniziert und nicht versucht, die andere Person ins Lächerliche zu ziehen (was Ihr Post meiner Meinung nach tut).

    Sinnvoller wäre meiner Ansicht nach etwas wie “Das ist gut, dass Reducetarier versuchen weniger Fleisch zu essen, das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Ich glaube aber…”.
    – und nicht ein Post wie dieser.

    Reply
    • Hallo, Lea.

      Erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, sich mit meinen Texten auseinander zu setzen und sogar darauf zu antworten. Ich weiß das sehr zu schätzen.

      Lassen Sie mich nur eine einzige Frage stellen: Wenn die Opfer Menschen wären, würden Sie dann auch für eine schrittweise Verringerung von Gewalt und Tötung plädieren?

      Denn dies ist der Zweck dieses polarisierenden Beitrags. Sich genau diese Frage zu stellen. Wenn wir beobachten würden, dass ein Mann jeden Abend seine Frau verprügelt, würden wir ihm dann gütlich zureden, er möge doch statt einer halben Stunde Prügel erst einmal auf 20 Minuten reduzieren? Wohl eher nicht.

      Im menschlichen Kontext fällt es uns sehr leicht, den Fokus auf den Interessen der Opfer zu haben. Im menschlichen Kontext ist uns völlig klar, dass die Interessen der Opfer auf Unversehrtheit und Leben um ein Vielfaches schwerer wiegen als die Interessen der Täter. Im menschlichen Kontext funktioniert unser moralischer Kompass. Leider scheint er im tierlichen Kontext allzu häufig zu versagen.

      Es gibt m. E. gleich mehrere Probleme mit dem reducetarischen Ansatz:

      1. Der Verrat an denen, die weiterhin Opfer werden:
      Wenn ich zu jemandem sage, “töte weniger”, erlaube ich diesem Menschen quasi das Töten. Ich deute bildlich gesprochen auf eins von zwei Kälbern und sage: “Es ist OK, nur dieses eine zu töten”. Und das ist es natürlich nicht. Für das Tier, das für den geringeren Konsum weiterhin sterben muss, ist es nicht in Ordnung. Ich habe nicht das Recht, über Leben und Tod anderer zu entscheiden. Ich kann das auch beim besten Willen nicht. Ich kann mich nur für ihr Leben aussprechen, aber nicht für ihren Tod. Auch nicht für “weniger” Tod.
      Hier kommen wir auch gleich bei dem angeblichen Schwarz/Weiß-Denken an. Den Tod gibt es nicht in Graustufen. Ein Lebewesen ist entweder tot, oder es lebt. Dazwischen gibt es kein ein bisschen tot sein, oder ein mehr oder weniger leben. Leben/Tod das ist binär. Für die Opfer ist es schwarz/weiß.

      2. Verzögerung der Entwicklung
      Wenn jemand seinen Fleisch- und Tierproduktekonsum ein wenig reduziert, dann verursacht er oder sie auf kurze Sicht zwar etwas weniger Tierleid. Doch da dieser Mensch nun sein Gewissen angenehm beruhigt hat, wird er oder sie noch sehr lange so weiter konsumieren und auf Dauer eben doch sehr viel mehr Tierleid verursachen, als wenn er gleich vegan geworden wäre. Je später ein Mensch erkennt, dass der Veganismus die einzige ehrliche und konsistente Antwort auf den inneren ethischen Konflikt ist, desto länger wird er Tierleid verursachen. Langfristig wesentlich mehr, als durch die Verringerung scheinbar “eingespart” wird, weil die notwendige Entwicklung verzögert wird.

      3. Das Problem der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber
      Als ich noch Tierprodukte konsumiert habe, hätte ich nicht sagen können, wie viel es tatsächlich ist. Ich denke, die meisten Menschen schätzen sich ihren Konsum schön, weil dieses Verhalten sehr menschlich ist und weil kaum jemand wirklich Tagebuch führt. Es reicht dann oft schon, an einem Tag statt Schnitzel ein Omelett zu essen und schon hat man das schöne Gefühl, “weniger” Fleisch gegessen zu haben. Daran hält man sich dann fest und bescheinigt sich selbst, erfolgreich weniger Fleisch zu verzehren.
      Kurz: Ich glaube den Menschen, die behaupten, signifikant weniger Fleisch zu verzehren, erst dann, wenn sie mir Beweise dafür vorlegen können und nicht nur ihre gefühlte Selbstwahrnehmung.
      Doch selbst wenn tatsächlich jemand nachweislich weniger Tierprodukte konsumiert, bleibt immer noch Punkt 1. Auch weniger töten, ist immer noch töten. Und etwas weniger von etwas Falschem, ist immer noch falsch.

      4. Meine Überzeugung
      Ich kann nicht aus meiner Haut heraus. Ich bin zutiefst und mit jeder Faser meines Herzens davon überzeugt, dass es fürchterlich falsch und ethisch nicht zu rechtfertigen ist, was wir den Tieren antun. Ich kann deshalb tatsächlich nicht für ein “weniger” plädieren, weil es eben nicht besser ist, sondern nur ein klitzekleines bisschen weniger schlecht. Ich kann nicht für ein “weniger” plädieren, weil ich dieses “weniger” aus der Sicht der Opfer, die dafür leiden und sterben müssen, wahrnehme. Ich kann es nicht. Genauso wenig, wie ich zu einem Menschen, der andere Menschen quält, sagen könnte, er möge doch wenigstens am Montag mal Pause machen.
      Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht nur sehr leicht ist, vegan zu leben, sondern auch in jeder Hinsicht wohltuend. Warum sollte ich mich für etwas anderes einsetzen, für etwas, von dem ich nicht nur nicht überzeugt bin, sondern das ich sogar für kontraproduktiv halte (Punkt 2)? Warum sollte ich den Eindruck vermitteln, vegan zu leben, sei so fürchterlich schwer, dass man sich dem nur in kleinen Schritten annähern könnte? Wo ich doch genau weiß, dass es nicht so ist, dass es kinderleicht ist, von heute auf morgen umzustellen. Warum sollte ich etwas anderes befürworten?

      5. Die Menschen sind verschieden
      Zum Glück sind nicht alle Menschen gleich und deshalb ist es gut, dass es verschiedene Ansätze gibt. Die einen arbeiten mit Satire, die anderen mit Comics, wieder andere argumentieren mit messerscharfer Logik, es gibt viele philosophische Grundsatzwerke über Tierrechte und Abolitionismus und nicht zuletzt appellieren viele an Mitgefühl und Gewissen. Alle diese Wege sind legitim und sie erreichen jeweils andere Menschen.

      Mein kleines Gedankenspiel mag Sie nicht erreicht haben, was ich zwar bedaure, aber das ist dann eben so, wie es ist. Man kann nicht mit einem Text alle erreichen. Es gibt kein One-Size-Fits-All in diesem Bereich.

      Das Gedankenspiel sollte unseren Speziesismus be-greifbar machen. Bei manchen funktioniert das: Ich habe einen lieben Bekannten, der gerne erzählt, dass er sich über die Provokation eines Veganers so dermaßen aufgeregt hat, dass er im Web nach Gegenargumenten suchte, aber keine fand. Nur Bestätigungen für die Aussage des “aggressiven” Veganers. Erst hatte er dran zu knabbern, nun ist er Veganer. 🙂

      Viele Grüsse von der oiden Schachdl

      Reply

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