Regenbogen-Gummibärchen-Land

Willkommen im artgerechten, rosaroten Regenbogen-Gummibärchen-Land,

Wo es fühlenden, bewussten Lebewesen nicht das Geringste ausmacht, schon im Kindes- oder Jugendalter getötet zu werden, vorausgesetzt, die Töter*innen haben sich selbst erfolgreich eingeredet, dass es tatsächlich möglich ist, wehrlose, fühlende Lebewesen, die einfach nur leben wollen, auf angeblich „artgerechte“ Weise eben dieses einzigartige, unersetzliche Lebenslicht auszublasen.

Wo es fühlenden, bewussten, fürsorglichen Müttern überhaupt nichts ausmacht, alljährlich zwangsgeschwängert zu werden und dann sowohl ihrer Kinder als auch ihrer Milch beraubt zu werden, vorausgesetzt, die Übergriffe werden von Leuten begangen, die sich selbst erfolgreich eingeredet haben, dass es tatsächlich möglich ist, aus den Körpern liebevoller Mütter, die nie Mutter sein dürfen, auf angeblich „artgerechte“ Weise Profit zu schlagen.

Wo es empfindungsfähigen Wesen nicht das Geringste ausmacht, unzählige Wochen in körpergroßen Lebendsärgen dahin zu vegetieren, weil sich diejenigen, die Profit aus ihren Körpern schlagen, erfolgreich eingeredet haben, derartige Unterbringung sei „artgerecht“ und nur zum „Schutz“ der solcherart Eingekerkerten.

Wo sich empfindungsfähige, bewusste Lebewesen glücklich schätzen dürfen, dass ihre Körper über viele Jahrhunderte gnadenloser Zucht so derformiert wurden, dass sie nahezu täglich Eier erzeugen, die dann in langen und schmerzhaften Konvulsionen aus den gequälten Körperchen gepresst werden. Wieder und wieder und wieder, bis die Körper schon im frühen Jugendalter ausgezehrt sind. Aber immerhin erfahren sie von denjenigen, die ihnen das angetan haben, das große Glück, überhaupt ein Leben in täglicher Qual zum Profit anderer aushalten zu müssen. Wenn das kein Grund für Dankbarkeit ist!

Wo es empfindungsfähige, voll bewusste Lebewesen nicht stört, wenn ihnen Metallhaken durch das Gesicht gerammt werden, um sie daran in eine Umgebung zu ziehen, in der sie qualvoll ersticken müssen, wenn ihnen nicht die große Gnade widerfährt, den Kopf eingeschlagen bekommen. Die Töter*innen haben sich selbst erfolgreich eingeredet, dass manche Lebewesen eben einfach Schmerzen nicht so wie sie empfinden und auch gar kein Interesse daran haben, am Leben zu bleiben, und deshalb gilt im rosaroten Regenbogen-Gummibärchen-Land diese Art zu töten sogar als nettes, familienfreundliches Hobby für Naturliebhaber*innen.

Wo es empfindsamen, bewussten Lebewesen nicht das Geringste ausmacht, in riesigen Netzen aus ihrem Lebensraum auf Schiffe gezogen zu werden, wo sie entweder durch das Gewicht ihrer Leidensgenossen jämmerlich erdrückt werden, elendiglich ersticken oder bei vollem Bewusstsein aufgeschlitzt werden und die Eingeweide herausgerissen bekommen. Die Töter*innen haben sich ja selbst erfolgreich eingeredet, dass es halt leider, leider, leider nicht anders geht und schon immer so gemacht wurde und deshalb hat es den Opfern solcher eingebildeten Notwendigkeiten eben einfach nichts auszumachen, sinnlos vernichtet zu werden.

Wo selbst lebendig gekocht oder gehäutet zu werden, noch als notwendig und deshalb erlaubt gelten darf. Ach, die Liste liesse sich noch lang fortsetzen von all den glücklichen Tieren und artgerechten Ausbeutungsmethoden…

Wo Menschen, die andere Tiere und deren Lebensrecht und Freiheit respektieren und achten wollen, als militante Spinner diffamiert werden, die Unmögliches von den armen, armen Tierausbeuter*innen verlangen, obwohl es immer mehr Menschen gibt, die erfolgreich vorführen, dass nichts davon nötig ist, aber was wissen die denn schon. Die machen’s doch nur vor. Das heisst doch nicht gleich, dass die auch was davon verstehen.

Wo Leute, die keinerlei Vorteil aus der Ausbeutung von Tieren ziehen wollen, selbstverständlich keine Ahnung von Tieren haben können und nur Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit der Ausbeutung der Körper anderer fühlender Wesen bestreiten, überhaupt wissen können, auf welche Weise andere, fühlende Wesen am liebsten eingesperrt, beraubt und getötet werden wollen.

Wo es nicht reicht, selbst ein Leben und einen Körper zu haben und deshalb zu wissen, wie unendlich wichtig und unersetzlich dieses Leben und das Wohlergehen dieses Körpers sind, wo es nicht reicht, selbst zur Tierwelt zu gehören, um verstehen zu können, was wohl in anderen Tieren vorgehen mag.

Wo nur diejenigen, die ihr Herz und ihr Gewissen erfolgreich zum Schweigen gebracht haben, denen es gelungen ist, sich eine rosarote, artgerechte Regenbogen-Gummibärchen-Tierausbeutungswelt zurecht zu legen, behaupten dürfen, zu wissen, was andere Tiere wirklich wollen. Wo nur diejenigen, die Profit aus anderen Tieren schlagen, behaupten dürfen, die wahren Interessenvertreter der Ausgebeuteten zu sein, nicht aber diejenigen, die in den anderen Tieren dieser Welt eben keine Produkte oder Produktionseinheiten sehen, sondern andere, fühlende Wesen erkennen. Ist doch logisch.

Willkommen im rosaroten, artgerechten Regenbogen-Gummibärchen-Selbstbetrugs-Land.

Foto: pixabay

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