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Wenn ich Tierwirt*in wäre

Ich gebe zu, wäre ich Tierwirtin, hätte ich eine Stinkwut auf die vegane Bewegung. Und Angst.

Das hier wird ein schwieriger Artikel. Ich versuche zu verstehen, mitzufühlen. Das kann leicht wie mitleidige Arroganz wirken. So ist es aber nicht gemeint. Ich versuche einfach nur, mich in die Lage anderer hinein zu versetzen.

Was wären wohl meine Gedanken, wenn ich Tierwirtin wäre und meinen Lebensunterhalt durch Tiere verdiente? Vielleicht etwa dies:

“Was fällt diesen überheblichen Besserwissern eigentlich ein? Mein Leben lang habe ich geschuftet, um die Menschen mit Nahrung zu versorgen, mit lebenswichtigen Produkten. Mit Milch, mit Fleisch, mit Eiern. Und nun soll das alles nichts wert gewesen sein? Nun soll ich auf einmal ein unethischer Mensch sein? 7 Tage die Woche muss ich für die Tiere da sein, früh aufstehen, bis in die Abendstunden mich abplacken und noch Buchführung machen, immer neue Gesetze und Änderungen beachten und jetzt soll ich mich auch noch schämen dafür?

Mein ganzes Leben lang war ich davon überzeugt, das Richtige zu tun, eine wichtige Aufgabe für die Allgemeinheit zu erfüllen und jetzt soll das auf einmal unmoralisch sein? Die kommen einfach daher und stellen alles in Frage, was ich mein Leben lang getan habe und geglaubt habe. Die stellen meine Arbeit, meine Überzeugungen in Frage. Sie stellen mich in Frage. Mit welchem Recht eigentlich?

Meinen die vielleicht, dass das immer so einfach ist? Ich bin doch kein Unmensch, ich sehe doch auch, dass die Tiere oft leiden und dass sie nicht sterben wollen. Immer war ich davon überzeugt, dass das nun einmal notwendig ist, dass irgendjemand diese traurige Aufgabe machen muss, weil wir diese Produkte nun einmal brauchen. Glauben die wirklich, dass mich das nicht auch berührt hätte in all der Zeit? Halten die mich für ein Monster, oder was? Es ist auch für mich nicht leicht und jetzt soll das alles umsonst gewesen sein? Unnötig sogar? Das kann nicht sein. Das darf nicht sein.

alone-513525_1920Die wollen mir wohl meinen Lebensunterhalt wegnehmen? Meinen Lebensinhalt reden sie schlecht.  Was soll ich denn machen? Wie soll ich meine Familie ernähren? Mit Fördergeldern bin ich geködert worden und nun bin ich bis über beide Ohren verschuldet. Selbst wenn ich wollte, dann könnte ich jetzt nicht aufhören damit. Was soll ich denn machen? Ich sitze doch in der Falle. Es gibt praktisch keine anderen Verdienstmöglichkeiten, eine Umstellung auf Pflanzen würde erst einmal mehr kosten als herein kommt. Wie soll ich das denn bezahlen? Wie soll ich das überbrücken? Und wer garantiert mir, dass ich dann damit mein Auskommen hätte? Von überall her werden angebliche Bio-Produkte zu Dumpingpreisen importiert. Da kann ich doch gar nicht mithalten.

Was soll ich denn tun? Das ist einfach ungerecht und unfair!”

Kann sein, dass ich komplett falsch liege. Dennoch wünschte ich mir, dass die Parteien, die Landwirtschaftsminister, wer auch immer dazu in der Lage ist, Programme und Förderungen entwickelt, die es den Bauern leicht machen, von der Tierwirtschaft auf die Landwirtschaft umzusteigen. Umschuldung, von mir aus auch Entschuldung, Förderung von ökologischer bio-dynamischer Landwirtschaft, oder noch besser, bio-veganer Landwirtschaft.

Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten, ehrenvollsten Berufe überhaupt. Jedes Mal, wenn ich im Supermarkt die Obst- und Gemüse-Abteilung bestaune, oder auf dem Wochenmarkt das bunte, vielfältige Angebot sehe, bin ich einfach nur dankbar, dass es Landwirte gibt, die all das erzeugen. Ich wünsche mir nicht weniger Landwirte, ich bekämpfe nicht die Bauern. Ich wünsche mir, dass die Tierwirte auf Landwirtschaft umsteigen und dass es ihnen leicht gemacht wird, das zu tun.

Liebe Landwirte,

ich hasse Euch nicht und ich verachte Euch nicht. Ich will Euch nichts Böses. Aber ich bin der Meinung, dass dieses System der Tierprodukte-Erzeugung nur Leid verursacht, bei Tier und Mensch, und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als das wir gemeinsam Wege aus dieser Misere finden.

Ein paar Gedanken zu “veganen” Tierzüchtern

Im Deutschlandfunk (ausgerechnet in der Sparte “Kultur”) wird in den höchsten Tönen ein angeblich veganer Schweinezüchter ob seiner hohen ethischen Ansprüche gelobt. Wenige Wochen davor berichteten NDR, ARD und ZDF über eine angeblich vegane Rinderzüchterin.

Schätze, es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die ersten veganen Treibnetzfischer, Hummerköche, Nerzmantel- und Stopfleber-Produzenten zu Wort melden.

Hier mein Kommentar zu dem Schweinebauern-Artikel, den ich ganz gewiss nicht verlinken werde, weil ich nicht auch noch Werbung für einen meines Erachtens ziemlich peinlichen journalistischen Fehlschlag sowie den darin genannten Hof machen werde.

“Das Wort ‘Veganismus’ bezeichnet eine Philosophie und Lebensweise, die versucht, so weit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern, was Menschen, Tieren und der Umwelt zum Vorteil gereichen soll.”

~Donald Watson, Gründer der Vegan Society und Erfinder des Wortes ‘vegan’.

Man hätte das recherchieren können. Hätte man, wenn man nicht so sehr damit beschäftigt gewesen wäre, sich die Werbung für den Hof des Herrn A. in die Feder diktieren zu lassen.

“Ich bin nicht dafür da, dass ich meine Schweine schlachte und umbringe” – Ja, Nee, is klar. Dafür gibt’s ja andere. Kommt mir bekannt vor. Da gab’s doch einen berühmt-berüchtigten römischen Präfekten mit P, der hat auch seine Hände in Unschuld gewaschen.

“Diese besondere Ethik herrschte nicht immer ” – Ja, diese Ethik finde ich auch ziemlich besonders. Wenn ich (angeblich) nett zu einem fühlenden Wesen bin, dann darf ich es nachher töten (lassen). Den Gedanken kann man ruhig mal weiter spinnen: Wenn ein Mann einer Frau ein schönes Abendessen spendiert, dann darf er nachher auch… In beiden Fällen definiert der Nutznießer was “gut” ist, die Opfer haben halt letztlich Pech, dürfen sich aber darüber freuen, dass die Nutznießer sich immerhin für vegan halten.

Dieser Mann ist kein Veganer, sondern einfach nur jemand, der aus gesundheitlichen Gründen auf eine pflanzliche Ernährung umgestiegen ist. Zitat: “Durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel wurde er sein langjähriges Muskelrheuma los.”

Hm. Genau da muss ich mal eben kurz stutzen. Ich denke, rein pflanzliche Ernährung ist total ungesund, weil da die wichtigen Fleisch-Vitamine fehlen. Wieso kann man davon gesund werden? Überall wird uns erzählt, dass man von dieser üblen Mangelernährung zwangsläufig sterbenskrank wird. Und jetzt dann doch nicht? Ja, was denn nun? Ist der Herr A. damit nicht selbst der beste Beweis dafür, dass wir nicht nur kein Fleisch brauchen, sondern es vielleicht sogar meiden sollten?

Da er das am eigenen Leib erlebt hat, wieso denkt er dann, es sei seine gesellschaftliche Aufgabe, weiterhin Fleisch zu produzieren? Müsste er sich da nicht eigentlich Vorwürfe machen, weil er ein womöglich gesundheitsschädliches Produkt erzeugt?

Fragen über Fragen. Aber egal. Herr A. hat eine schöne Werbung für seinen Hof bekommen, die Verbraucher dürfen sich im guten Gewissen suhlen und beruhigt weiter die kostbaren Leben fühlender Wesen konsumieren, der Sender hat irgendwas veröffentlicht. Win-Win-Win. Alle sind zufrieden. Bis auf die Schweine. Die werden immer noch getötet, sobald sie “reif” sind, was meistens im Alter von 6-8 Monaten der Fall ist. Sie könnten, wie Hunde, 15 Jahre alt werden. Könnten, wenn man sie einfach in Ruhe ließe.

“Wie konnten wir nur jemals denken, es sei unser Lebenszweck, andere Lebewesen ihres Lebenszwecks zu berauben?”
~Dr. Will Tuttle, World Peace Diet


Edit 6. Juni 2017.
Ergänzung:
Zitat: “Durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel wurde er sein langjähriges Muskelrheuma los.”
Da kein Link zum Artikel des Deutschlandfunks gegeben wurde, in dem man das nachlesen konnte, war es unklar, woher ich wusste, dass der Herr aus gesundheitlichen Gründen auf pflanzliche Ernährung umstieg.

Das sind zwar keine schönen Bilder, aber…

… wenn es schon sein muss, dann sollten wir es wenigstens “richtig” machen. Nicht wahr?

Am 12. Mai 2017 hat der Bayerische Rundfunk ein Video veröffentlicht, Tierschutz beim Schlachten: Schonendes Töten, besseres Fleisch | Unser Land | BR, in dem gezeigt wird, wie Schweine “schonend” geschlachtet werden. Es ist ein bemerkenswerter Zeitpunkt, da kurz zuvor andere Videoaufnahmen aus einem Bio-Schlachthof ebenfalls in Bayern Aufsehen erregten, weil sie zeigten, wie Tiere grob und grausam behandelt werden, wenn sie nicht in die Tötungsbox gehen wollen. Es gibt auch Videoaufnahmen, die belegen, dass nicht wenige Tiere leider nicht ausreichend bewusstlos(1) sind, wenn die Weiterverarbeitung beginnt.

Im Einführungstext zum Video steht folgender Satz:

Wir zeigen, wie es bei einem Metzger vorbildlich läuft, auch wenn das keine angenehmen Bilder sind.

(Hervorhebung von mir.)

Wieso warnt man vorsorglich, dass es keine angenehmen Bilder sind? Hier wird doch nur gezeigt, wie unser Essen gemacht wird und noch dazu auf vorbildliche Weise? Da müssten wir doch mit Begeisterung und auf Hochtouren arbeitenden Speicheldrüsen zusehen können und sogar wollen, oder etwa nicht?

Wenn es uns unangenehm ist, zuzusehen, wie Tiere getötet werden; wenn wir uns vor Blut ekeln und das Geräusch, wenn einem Tier die Haut abgezogen wird, grässlich finden; wenn wir selbst dann nicht zusehen mögen, wenn alles “mit rechten Dingen” zugeht, sollten wir uns dann nicht vielleicht fragen, warum das so ist? Warum müssen wir gewarnt werden, dass jetzt gleich vorgeführt wird, wie Tiere getötet werden? Warum müssen wir vor diesem Anblick geschützt werden? Es müsste uns doch statt dessen das Wasser im Mund zusammen laufen.

Viele Metzger berichten, dass es ihnen zumindest anfangs nicht leicht gefallen ist, Tiere zu töten. (Benjamin Koch auf die Frage, ob Töten Spaß mache: “Spaß macht das nicht, aber es macht mich auch nicht mehr traurig.”(2) Also hat ihn das Töten zu Beginn traurig gemacht. Und was ist dann passiert? Ist es ihm gelungen, sich ausreichend abzuhärten? Hat er seine Abneigung gegen das Töten überwunden?

Wieso halten wir seelische Abhärtung und die Überwindung unseres natürlichen Mitgefühls für erstrebenswerte, gar “männliche”, Eigenschaften?

Wie wahrscheinlich ist es, dass die Natur, dass Evolution, ein Lebewesen hervorbringt, das sich vor der Gewinnung seines vermeintlich wichtigsten Lebensmittels ekelt? Das sich beim Anblick der Herstellung seiner Nahrung unangenehm berührt fühlt, das sich windet und wegsehen möchte, das sich ekelt und mit seinem Essen Mitleid empfindet? Sind all diese unangenehmen Gefühle, die wir erleben, wenn wir ein solches Video ansehen, denn günstig für das Überleben der Art? Können dieser Widerwillen, dieser Ekel vor der Herstellung des eigenen Essens, denn ein Vorteil beim Überleben sein?

Wie viele Löwen mag es wohl geben, die Hemmungen haben, einem Zebra an die Gurgel zu gehen, und die erst mühsam lernen müssen, diese Hemmungen zu überwinden? Wie viele Hyänen gibt es wohl, die sich vor vermodernden Kadavern ekeln? So etwas kommt einfach nicht vor in der Natur. Jedes Lebewesen liebt und genießt das Essen, das es am besten verträgt, das die beste Nahrungsquelle für es ist. Wir ekeln uns nicht davor, Früchte zu pflücken, Nüsse zu knacken oder Gemüse zu schneiden. Wenn wir in einen Apfel beißen, tut er uns nicht leid.

Wenn das Blut wäre, wäre es dann immer noch niedlich?

Gemeinschaftliches Pilze- oder Beerensammeln empfinden wir als angenehm, unterhaltsam, Gemeinschaft stiftend und zutiefst befriedigend. Wenn kleine Kinder mitten im Erdbeerfeld sitzen, glücklich und selbstvergessen eine süße Frucht nach der anderen in sich hineinstopfend, finden wir das entzückend. Würde dasselbe Kind mit blutverschmiertem Gesicht am aufgerissenen Bauch eines Gnus hocken und rohe Fleischfetzen verschlingen, würde uns das Grauen schütteln. Das ist der Stoff aus dem Gruselfilme gemacht werden.

Niemals würden wir ein Kind mit in einen Schlachthof nehmen und ihm stolz präsentieren, wie sein Essen gemacht wird. Die meisten Kinder wären schwer traumatisiert und viele Erwachsene auch. Der Prozess der Abstumpfung dauert lang. Meist gelingt er gar nicht. Wir werden lediglich Meister in der Kunst des Wegsehens, des Nicht-Genau-Hinsehens, des Ignorierens. – “Hör auf, mir davon zu erzählen, sonst schmeckt mir mein Essen nicht mehr!” – Deshalb müssen wir vorsorglich gewarnt werden bei solchen Videos, damit wir nicht unvorbereitet mit der Realität konfrontiert werden, damit wir Gelegenheit haben, noch schnell abzuschalten, das Zimmer zu verlassen, wegzusehen oder uns innerlich zu stählen, damit wir dem Anblick standhalten können.

Löwenkinder haben damit keinerlei Probleme. Wenn die Eltern eine halbe Gazelle heran schleifen, dann ekeln sie sich nicht, dann sind sie keineswegs traumatisiert, sondern stürzen sich darauf, ohne die kleinsten Gewissensbisse. Löwenkinder finden das toll. Das ist ihr Essen. Würden wir Menschenkindern ein halbes, rohes Kaninchen auf den Teller klatschen, wäre das Geschrei groß. Wenn das Kind hingegen mit Gusto seine Zähne in den dampfenden Kadaver schlagen würde, schauderte uns vor diesem Kind.

Warum ist das so? Warum kostet es uns Überwindung, zuzusehen, wenn Tiere getötet werden? Warum ist es schwierig, das Töten zu lernen? Warum verstecken wir es vor uns, indem wir die Schlachthöfe in abgelegene Gewerbegebiete verbannen? Warum sind diese Berufe stigmatisiert? – “Also, ich könnte das nie!” – Warum machen wir keine Unterhaltungsausflüge in die Schlachthöfe, um uns “unser” Fleisch selbst von den toten Körpern zu schneiden? Warum finden wir es eklig, wenn ein Kadaver ausgenommen wird und die Gedärme herausquellen? Warum haben wir überhaupt Mitleid mit diesen Lebewesen?

Warum finden wir es so unerträglich, wenn wir an dieses ganz ursprüngliche, uns mühelos zufliegende Mitgefühl erinnert werden? Warum sind wir verärgert, wenn an unser Mitleid appelliert wird? Sind nicht gerade dieses Mitgefühl und unser Empfinden für Gerechtigkeit, Ethik und Moral ganz besonders große Errungenschaften, auf die wir zu Recht stolz sein dürfen?

Das sind keine rhetorischen Fragen. Ich bitte die LeserInnen ganz dringend in sich zu gehen und sich diese Fragen selbst zu stellen.

Wer sich noch etwas eingehender mit diesem Thema befassen möchte und des Englischen mächtig ist, sollte sich unbedingt Dr. Milton Mills’ Vortrag über “Meat Eating and the Biology of Disgust” ansehen.

Ich bin längst davon überzeugt, dass unser Mitgefühl keineswegs Ausdruck von Verweichlichung und Entfremdung von der Natur ist. Ganz im Gegenteil. Wir haben Mitgefühl mit den anderen Tieren, weil wir wissen, dass sie sich in den wesentlichen Dingen nicht von uns unterscheiden. Wir haben Lungen, Herzen, Haut, Knochen, Lebern, Nieren, Muskeln, Nerven. Ihre Organe funktionieren nicht wesentlich anders als unsere. Sie erfüllen dieselben Aufgaben auf dieselbe Weise. Die Unterschiede sind höchstens graduell, nicht essentiell. Warum sollten ausgerechnet ihre Gehirne so wesentlich anders funktionieren?

Wir verstehen ihre Körper, weil wir unsere Körper verstehen. Wir verstehen den Ausdruck von Angst in ihren Augen, weil er sich nicht von dem Ausdruck der Angst in unseren Augen unterscheidet. Wir verstehen ihre Körpersprache, weil wir unsere Körpersprache verstehen. Wir verstehen ihren Schmerz, weil wir unseren verstehen. Wir sind aus derselben Evolution hervorgegangen, wir sind keine Fremden, wir sind verwandt miteinander. Wir sind verwandte Seelen.

Sieh in ihre Augen und erkenne dich selbst darin. Wenn es um Leben und Tod geht, gibt es keinen Unterschied zwischen ihnen und uns.

Wir müssen unsere Geschwister nicht töten.

Wir dürfen unsere Geschwister nicht töten.


(1) Hier ein Video zur unzureichenden Bewusstlosigkeit: Bruellen der Rinder -lebendig zerlegt beim Schlachter um die Ecke und ein erläuternder Text eines Amtstierarztes, damit man die Aufnahmen besser verstehen und einordnen kann:

“Da sieht man ja alles wunderbar, wogegen ich bei der Arbeit ankämpfe. Alle Treibmethoden. Mit Gabeln und sogar winzige Kälber mit dem verbotenen Schwanzgriff treiben, bei dem man die Schwänze bricht. Als ob so ein Winzling nicht anders vorwärts geschoben werden könnte. Bei 7:12 einen Bullen, bei dem der Betäubungsschuß völlig daneben ging. Er blinzelt noch und ist bei vollem Bewusstsein. Der bei 9:30 hat einen leichten Hau abgekriegt, das sieht man am zitternden Aufgapfel. Aber auch da ist bei Weitem keine ausreichende Betäubung vorhanden. Wenn sie noch selber blinzeln oder zumindest auf Berührung des Augapfels blinzeln, ist die Betäubung auf jeden Fall misslungen. Man sieht auch sehr schön, dass die nicht ausreichend betäubten Tiere nicht zappeln. Bei 12:12 sieht man einen Bullen, bei dem die Betäubung funktioniert hat. Die Zunge hängt heraus, er zeigt eine letzte Agonieschnappatmung und dann entlädt sich die Restenergie in den Zellen, die zu Flucht oder Kampf bereit gestellt war in zappelnden Bewegungen. Sieht am schlimmsten aus, was irreführend ist. Bei 13:08 sieht man eine offenbar gelungene Betäubung. Der Bulle scheint gut getroffen, er verdreht die Augen, ein Zeichen dafür, dass das Gehirn einen Schlag ab bekommen hat. Der Metzger testet sogar den “Zwinker-Reflex”. Aber bei 13:40 zeigt ein anderer Bulle ein ähnliches Gesicht und kommt dann doch wieder zu sich, zwinkert und ist voll dabei, als es der Arbeiter nicht mehr nachprüft. Die Schädelplatte der Bullen ist sehr dick. Leicht verkantet oder verrutscht, wird der Bolzenschuß sofort unwirksam. Zwischen gar nicht und gut betäubt gibt es jede mögliche denkbare Variante. Den Ton hatte ich nicht an.”
~N.T.

(2)
10 Fragen an einen Metzger

An alle, die Tierausbeutung verteidigen

Wenn ich mir all die Beiträge und Kommentare durchlese, in denen unser unnötiges Verletzen und Töten von Tieren verteidigt wird, dann kann ich nicht umhin, mein früheres Selbst zu sehen. Mein früheres Selbst, das ihre moralische Bedeutung verleugnet hat, mein Rationalisieren und Rechtfertigen dessen, was ich tief in meinem Herzen für falsch hielt, aber nicht vor mir selbst zugeben konnte. Das war das eine, das einzig Schwierige daran, vegan zu werden: vor mir selbst zuzugeben, dass ich ihnen Unrecht tat, dass ich Unrecht hatte.

Die Gesellschaft von Hunden hat mir die Augen geöffnet und mich erkennen lassen, dass sie ein reiches Gefühlsleben haben und ich bin mir sicher, dass die meisten Menschen, die für einen Hund oder eine Katze oder irgendein anderes Tier sorgen, das nachvollziehen können. Ihre Freude und Lebenslust scheinen grenzenlos, ihre Zuneigung für ihre Familie, ihre Freunde und sogar uns fließt ungehindert und wenn sie sich fürchten, dann sind ihre Angst und ihr Leiden bodenlos, denn sie können nicht verstehen, können nicht rationalisieren, können sich nicht wehren. Alles, was ihnen bleibt, ist darum zu betteln, nicht verletzt zu werden, nicht getötet zu werden. Sie sprechen sehr wohl zu uns, durch Augenkontakt und Körpersprache, durch ihre Schreie und ihr Gewimmer, aber wir sehen weg.

In dem Augenblick, in dem du es wagst mit offenem Geist und offenem Herzen in ihre Augen zu sehen, wirst du ohne alle Zweifel erkennen, dass eine Person dich anblickt, kein seelenloses Objekt. Und diese Person stellt dir nur eine Frage: “Wirst du mir weh tun, oder kann ich dir vertrauen?”.

Das war das Schwierigste am vegan werden. Mir selbst einzugestehen, dass ich sie verraten hatte, dass ich nicht die anständige Person war, für die ich mich hielt, dass ich andere dafür bezahlte, sie zu verletzen, sie auszubeuten und zu töten, und dies alles ohne den geringsten Grund, denn wir brauchen nichts von den Dingen, die wir von ihnen gewinnen. Wir können gesunde, glückliche Leben führen, ohne ihnen Schaden zuzufügen.

Dieser Moment der Klarheit, in dem ich die Scheuklappen abnahm und die anderen Tiere endlich wirklich wahrnahm, endlich ihr Person-Sein anerkannte, endlich begriff, dass ihre Gefühle sich von meinen nicht unterscheiden, dass ihre Interessen für sie genauso wichtig sind, wie meine für mich, dieser Moment war gleichzeitig entsetzlich schmerzhaft und überaus wunderbar . Meine Trauer über meine Komplizenschaft bei ihrer Ausbeutung war und ist noch immer tiefgreifend. Und meine Erleichterung darüber, diese Mittäterschaft beenden zu können, war und ist immer noch gewaltig.

Dieser Moment der Klarheit, als ich vegan wurde, war einer der schönsten, wenngleich schrecklichsten Momente meines Lebens, und ich bewahre ihn in meinem Herzen und werde die Scheuklappen nie wieder aufsetzen. Ich bin dankbar für all die Veganerinnen und Veganer, die vor mir den Mut hatten, aufzustehen und sich für die Belange der Tiere einzusetzen und mir damit geholfen haben, meine lebenslange Konditionierung und die grausame, gewalttätige Ideologie der menschlichen “Überlegenheit” und grenzenlosen Anspruchshaltung zu überwinden.

Hör auf, Opfer zu haben. Sei fair. Sei vegan. Du wirst es nicht bereuen.

ENG: To all the people who defend animal exploitation

SAMSUNG

To all the people who defend animal exploitation

Vor zwei Tagen war ich wieder einmal in eine dieser heillosen Diskussionen auf einer bekannten a-sozialen Plattform verstrickt. Irgendwann hatte ich genug von all den Rechtfertigungs-, Ablenkungs- und Beleidungsmanövern. Auf einmal war es sehr wichtig für mich, nicht nur für andere, sondern auch für mich klarzustellen, worum es mir geht und warum es so wichtig ist für mich und für die Tiere. Da ich mich in einer englischen Diskussionsgruppe befand, habe ich es entsprechend auf Englisch formuliert, werde dies aber bald übersetzen:

When I read through all these comments defending our needless harming and killing of animals I can’t help but see my former self. Myself denying their moral relevance, myself trying to rationalize and to justify what I knew to be wrong deep in my heart, but couldn’t admit. That was the one, the only difficult, part about becoming vegan: Admitting to myself that I was doing them wrong, that I was wrong.

The company of dogs has opened my eyes to the fact, that they have rich emotional lives, and I am sure that most people who care for dogs, or cats, or any other animal, can relate. Their joy and love of life seems to be limitless, their affection for their family, friends, and even us, flows freely and when they are afraid their fear and their suffering is bottomless, because they cannot understand, cannot rationalize, cannot defend themselves. All they can do, is beg not to be hurt, beg not to be killed. They do talk to us, through eye contact and body language, their screams and their whimpering, but we choose to look the other way.

The moment you dare to look into their eyes with an open mind and an open heart, you cannot help but realize that there is someone there. A person looking at you, not an inanimate object. And that person asks but one question: “Will you hurt me, or can I trust you?”

That was the hardest part of becoming vegan. Admitting to myself that I had been betraying them, that I was not the good person that I liked to think of myself, that I was the one paying others to hurt them, to exploit them, and to kill them, and all that for no good reason at all, because we don’t need any of the things we derive from them. We can live healthy, happy lives without harming them.

That moment of clarity, when I took down the blinders and really looked at them, finally seeing their personhood, finally understanding that their emotions are not different from mine, that their interests are as important to them, as mine are to me, was excruciatingly painful and extremely wonderful at the same time. The grief about my complicity in their suffering was, and is, profound. And the relief about being able to end this complicity was, and still is, immense.

That moment of clarity, when I became vegan, was one of the most beautiful, albeit most horrifying, moments of my life, and I cherish it deeply. I am thankful for it and will never ever put on the blinders again. I am grateful for all the vegans before me, who dared to speak up for the animals, and helped me to overcome the conditioning and the cruel, violent, ideology of human “superiority” and “entitlement”.

Stop having victims. Be fair. Be vegan. I promise: You won’t regret it.

Über Pausen und Neuanfänge

Auf diesem Blog herrschte lange Zeit Ruhe, während ich anderweitig aktiv war. Mein Internet-Aktivismus verläuft leider wellenartig und ich bin immer noch dabei zu lernen, wie man einen Blog vernünftig gestaltet und am Laufen hält.

Viele meiner Gedanken und Gefühle zum Veganismus habe ich in der Zwischenzeit hier festgehalten: Kleine vegane Denkwerkstatt. Allerdings  ist es alles unsortiert, es gibt keinen roten Faden und ich bin nicht wirklich zufrieden damit.

Darum möchte ich hier einen Neuanfang wagen. Die erste “Amtshandlung” war, diesen Blog umzubenennen in “Donnerndes Schweigen”.

Ich habe lange nach einem guten und treffenden Namen gesucht. In diesem Namen spiegelt sich, was mich am Meisten am Veganismus und der Tierausbeutung beschäftigt. Die Tabuisierung dieses Themas. Das angestrengte Schweigen allerseits, damit das “empfindliche” Thema nur ja nicht zur Sprache kommt.

Glücklicherweise durchbrechen immer mehr Veganerinnen und Veganer dieses Schweigen und setzen sich lautstark, selbstbewusst, zielsicher und eloquent für dieses Anliegen ein. Ich möchte in diesen Chor einstimmen. Das Schweigen muss gebrochen werden und jede einzelne Stimme zählt.

 

Mehr desselben

Eine weitere Nachricht dieses Trolls und meine Erwiderung darauf.

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Ich bitte zu beachten, dass dies Geschreibsel nicht von mir stammt, sondern original vom Troll ist. Schlichtes Copy&Paste.

Hallo (Anrede) , nun ich habe mir diesen Berciht angesehen , dazu folgendes : Anbindehaltung ist seit Jahren verboten und das ist gut so , Enthornung : der weg ist rückläufig , und wird nur noch vereinzelt gemacht , Enthornung mit dem Brenneisen wird nur noch durch den tierarzt gemacht , was in dem berciht an hauptsächlich gezeigt wird sind mit verlaub , miese und beschissene Haltungen , alte Stallanlagen , solche betrieb gehöen geschlossen , nur dazu muss ich nicht Vegan leben , sondern mit offenen Augen durchs leben gehen . Jeder anständige Landwirt , hält seine Tiere so , das es ihnen gut geht , und nicht einfach nur Produktionseinheiten , das gleiche könnte man jetzt auch sagen über Dirmeninhaber und deren Angestellte , die Arbeter alles nur Arbeitseinheiten , dann würde sich das auch fürchterlich anhören . Nun wir machen jetzt alle Tierhaltungen zu von heute auf morgen , was wäre dann , es gibt kein Fisch , kein Fleisch , keine Milch , kein Getreide , keine Kartoffeln , kein Salat ( ach nein der wird ja Chemisch gedüngt ) oder sollen wir zur Düngung dann die Klähranlagen darüber ausschütten ???? nein das will auch niemand wirklich . das der gesamt Fleischkonsum solche Haltungen begünstigt ist unbestritten , ich bin für eine Naturnahe Haltung und dazu für einen Richtigen Umgang mit Lebensmitteln , die sinnlose Verschwendung ist ein viel größeres Proplem , nur was mich sehr stört , ist von der Seite der Veganer , diese Hetzkampangnien so das jeder der Fleisch isst ein Mörder ist , dann drehe ich den Spiess einmal um , jeder der sich nicht für den Kinderschutz einsetzt ist ein Potenzieller Kinderschänder . Was ist mit diesem Thema , das ist nciht so Populär , dabei kann man sich nicht Profelieren , aber solch eine Diskusion wird zu keinem ergebniss führen , jeder soll für sich entscheiden , will er Fleisch oder nicht , aber nicht andere die sich dafür entscheiden als Mörder zu bezeichnen, mit dem unterton , nur der Veganer macht es richtig , ohne Fleisch hätten unsere Vorfahren nicht ihr Gehirn soweit entwickelt bekommen und es hätte lange nicht so eine schnelle Evolition statt gefunden , aus allem was Veganer schreiben , klingt dieser unterton , es ist sehr interessant zu sehen , sie machen es aus Ethischen gründen und lieber spät als nie , mag sein , wie oft haben sie sich schon für menschen in Not eingesetzt ? wie oft einem Obdachlosen eine Suppe Angeboten ? wie oft einem Kind das geschlagen wurde in der öffetnlichkeit geholfen ? wie oft alten Menschen geholfen über die Strasse zu kommen oder einfach nur hilfe angeboten ? das nenne ich ethisch leben , aber das sind ja nur Menschen , die bekommen bestimmt hilfe von jemand anderem die können selber sehen wo sie bleiben , ich denke Veganer wollen sich nur in der öffentlichkeit gut stellen , nach dem motto TUE GUTES UND SPRICH DARüBER

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Ihre Argumentation ist fehlerhaft, Herr (Name).

Sie schrieben, Anbindehaltung sei nicht mehr erlaubt. Das stimmt so nicht. Die ganzjährige Anbindehaltung ist in Österreich verboten. Es muss den Tieren lediglich an 90 Tagen im Jahr eine Bewegungsmöglichkeit gewährleistet werden. Doch so viel! Wenn man sie nur 9 Monate lang in Anbindehaltung hat, statt die ganzen 12 Monate, schon ist es keine Anbindehaltung mehr. Na großartig. Da werden sich die Kühe aber freuen.

http://www.lko.at/?id=2500%2C1630335%2C%2C

Außerdem kann in “speziellen zwingend rechtlich oder technisch begründeten Einzelfällen” eine Ausnahme von diesem Verbot genehmigt werden. Diese Gummiformulierung setzt den Paragraphen wieder außer Kraft. Irgendeine “technische” Begründung wird wohl jeder finden können.

Sie schreiben weiters, die Enthornung sei seit Jahren rückläufig und werde nur noch vereinzelt gemacht. Da sind die Tierärzte Österreichs aber anderer Meinung. Nach deren Erfahrung hat die Enthornung im letzten Jahrzehnt sogar rasant zugenommen.

http://www.vet-magazin.at/tierarzt-magazin/aktuelle-meldungen/Enthornung-Rindern.html

Im Übrigen müssen nur “biologisch” wirtschaftende Betriebe die Kälber bei der Enthornung betäuben. Alle anderen dürfen das weiterhin auch ohne Betäubung tun. Man achte bei diesem Artikel auf das Wort “Bio”.

http://www.topagrar.at/rind/Biobetriebe-Enthornen-nur-mehr-nach-Schmerzausschaltung-654076.html

Ihrer Meinung nach gehören also nur die veralteten Ställe geschlossen. Und meiner Meinung nach bleibt Sklavenhaltung Sklavenhaltung und ist unrecht und eine Schande für die Menschheit.

Sie schreiben, jeder anständige Landwirt hielte seine Tiere so, dass es ihnen gut geht. Aha. Und wer legt denn fest, wann es den Tieren gut geht? Der Landwirt natürlich, nicht die Tiere selbst. Dieselbe Argumentation gab es sicherlich damals im Süden der Vereinigten Staaten. Dahinter steckt natürlich der Gedanke, dass Sklaven nur dann profitabel ist, wenn es ihnen “gut” geht, das heißt, wenn es ihnen grade gut genug geht, dass sie nicht abkratzen, bevor sie ausreichend profitabel waren. Den Tieren geht es nur genau so lange “gut”, solange sie profitabel sind. Lässt die Leistung nach geht’s sofort ab in den Schlachthof.

Die Macht von Firmeninhabern mit denen von Landwirten über ihre “Produktionseinheiten” zu vergleichen, ist lachhaft. Die einen können ihren Arbeitskräften allenfalls kündigen, die anderen bringen sie in den Schlachthof. Oder habe ich etwas verpasst? Droht Angestellten und Arbeitern mit mangelnder Leistung in Österreich seit Neuestem die Todesstrafe?

Noch eins haben Sie bei diesem Vergleich vergessen. Wenn einem Angestellten oder Arbeiter der Arbeitsplatz nicht zusagt, kann er sich einen anderen suchen. Von einem Kündigungsrecht der Tiere habe ich noch nicht gehört. Sie etwa?

Ihr nächstes “Argument” ist ein sogenanntes Extremsituations-Szenario, das äusserst unwahrscheinlich ist. Keine Sorge, die Wahrscheinlichkeit, dass von heute auf morgen alle Tierhaltungen auf einmal geschlossen werden, dürfte gegen Null gehen. Es gäbe also Übergangszeiten und die Möglichkeit, sich Schritt für Schritt anzupassen. Warum es ohne Rinder und andere Tiere plötzlich weder Getreide noch Kartoffeln geben soll, erschliesst sich mir nicht ganz, aber Sie spielen wieder einmal auf den ach so unersetzlichen Dünger an. Ich habe Sie schon einmal auf die biologisch-vegane Landwirtschaft hingewiesen. Aber gut, ich kann das auch noch öfter tun.

http://biovegan.org/infopool/wie-soll-ein-geschlossener-betriebskreislauf-im-bio-veganen-land-und-gartenbau-ohne-nutztiere-denn-aussehen/

http://biovegan.org/infopool/viehloser-oko-ackerbau/

Hier greift der alte Spruch: Wer Lösungen sucht, wird sie finden. Die anderen finden Ausreden.

Ihre Argumentation wird völlig wirr, wenn Sie behaupten, dass jeder, der sich nicht für den Kinderschutz einsetzt, ein potentieller Kinderschänder sei. Jemand, der selbst keine Kinder belästigt und auch nicht im Geringsten daran denkt, ist eben einfach jemand, der keine Kinder belästigt und auch nicht davon profitiert. Und er ist auch dann kein Kindervergewaltiger, wenn er nicht ständig auf der Strasse steht und die Trommel gegen Kindesmissbrauch rührt. Jemand, der Fleisch isst und Milchprodukte konsumiert, gibt hingegen den klaren Auftrag, für seinen Genuss Tiere auszubeuten und zu töten. In der Rechtsprechung ist derjenige, der einen Mordauftrag gibt, genauso als Mörder anzusehen, wie derjenige, der den Mordauftrag ausführt. Es ist in Wirklichkeit recht einfach.

Und schon sind wir bei Ihrem nächsten Ablenkungsmanöver. Schnell ab zu einem völlig anderen Thema, das mit diesem zunächst einmal nichts zu tun hat. Und wo wir grad dabei sind, den Veganern auch gleich noch Desinteresse am Schutz von Kindern unterstellen. Das ist ein recht beliebtes Manöver. Dennoch will ich auch darauf antworten:

Es gibt haufenweise Organisationen, die sich für die Opfer von Gewalt an Kindern einsetzen und es gibt gesellschaftlich keinen Zweifel daran, dass Gewalt und insbesondere sexuelle Gewalt an Kindern verabscheuungswürdig ist und zu Recht verboten ist. Da stimmen wir überein. Hier haben wir einen gesellschaftlichen Konsens, den niemand in Frage stellt. Ich auch nicht.

Bei den Tieren haben wir aber eine grundsätzliche andere Situation. Hier wird gesellschaftlich toleriert und ist sogar gesetzlich erlaubt, dass anderen empfindungsfähigen Geschöpfen Schaden zugefügt wird. Schaden, der im maximalen Unrecht, nämlich der sinnlosen und unnötigen Tötung der Individuen, gipfelt. Die Tiere selbst haben keine Möglichkeit, für ihre Rechte zu kämpfen. Sie können nicht für sich selbst sprechen. Und deshalb ist es wichtig, dass wir es für sie tun. Denn sonst tut es niemand.

Außerdem ist es möglich, sich für mehr als ein Problem zu engagieren. In Herz und Hirn eines Menschen passen mehr als nur ein einziges Anliegen. Die meisten Veganer und Tierrechtler, die ich kenne, sind außer für die Tiere auch noch für vielfältige andere soziale Brennpunkte engagiert. Es hängt nämlich alles zusammen. Und wer sensibel für das Leid von Tieren ist, der ist es zumeist auch für das Leid von Menschen.

Sie schreiben, dass doch jeder für sich entscheiden soll, ob er Fleisch isst oder nicht. Dabei wird aber außer Acht gelassen, dass beim Fleisch- und Milchproduktekonsum jemand anderes unberücksichtig bleibt. Nämlich das Tier. Keines will sterben. Keine Kuh will ihr Kalb hergeben. Kein Küken hüpft freudig in den Schredder. Sie alle wollen leben und ganz sicher nicht auf Ihrem Teller landen.

Ihre Entscheidung Tierprodukte zu konsumieren, ist eben keine persönliche Entscheidung, die nur Sie angeht. Sie beeinträchtigt massiv ein anderes Lebewesen. Die Entscheidung, möglichst nur pflanzliche Produkte zu konsumieren, ist dagegen tatsächlich eine rein persönliche, denn sie betrifft nur diesen Menschen und sonst niemanden.

Außerdem sind Sie offenbar Archäologe und Anthropologe, denn Sie “wissen” ganz genau, dass die Entwicklung des menschlichen Gehirns ohne Fleisch nie möglich gewesen wäre. Was die Entwicklung des menschlichen Gehirns angeht, gibt es tatsächlich mehrere Theorien und die der Verfügbarkeit von Fleisch ist nur eine davon. Andere Theorien sind, dass die regelmäßige Zufuhr und halbwegs zuverlässige Versorgung von Nahrung durch Einführung des Ackerbaus dafür verantwortlich ist. Um erfolgreich Ackerbau zu betreiben, muss man eine Ahnung von den Jahreszeiten haben und Wochen und Monate im Voraus planen. Gut möglich, dass die erhöhte Hirnkapazität dafür nötig wurde. Andere machen die “Herrschaft” über das Feuer dafür verantwortlich. Gegarte Nahrung ist leichter verdaulich und ermöglicht so die schnellere Aufnahme der Nährstoffe. Wie so oft, wird die Wahrheit eine Mischung aus allen Ursachen sein.

Aber was tut eigentlich irgendein ferner Vorfahr für unsere heutige Lebenssituation zur Sache? Zumindestens wir hier in Europa haben ständig Nahrung aller Art im Überfluss. Wir sind also keineswegs gezwungen, alles Essbare das wir nur finden können, zu futtern, egal ob Tier oder nicht. Wir können wählen und es ist kinderleicht, sich vegan und gesund zu ernähren. Also ist es unnötig, Tiere auszubeuten und zu töten und somit tatsächlich unethisch.

Noch im Jahr 1609 kam es zu Kannibalismus unter Menschen. Sollten wir Kannibalismus deswegen legalisieren? Blöde Argumentation, nicht wahr?
http://www.focus.de/wissen/mensch/anthropologie/schrecklicher-hungerwinter-1609-erste-euro-amerikaner-waren-kannibalen_aid_977691.html

Als Nächstes in Ihrer “Argumentation” kommt die bis zum Erbrechen wiederholte Unterstellung, Veganer täten nichts, um bedürftigen Mitmenschen zu helfen. Sie fragen, wie oft wir uns für andere Menschen eingesetzt haben? Na, dann rücken Sie doch erstmal mit Ihrer Hilfestellung für notleidende Menschen heraus. Dann sage ich Ihnen gerne, was ich alles tue.

Sie werfen Veganern Profilierungssucht vor? Man kann sich auch wirklich ganz toll damit hervortun und wie man an Ihnen sieht, supernette und konstruktive Kontakte überall knüpfen. Ach, wie toll.

Tatsächlich wird man als Veganer bei jeder Gelegenheit angegriffen, angefeindet, lächerlich gemacht und mit Unterstellungen beharkt, genau wie Sie es tun. Macht wirklich viel Freude.

Nein, es ist keine Profilierungssucht, es ist der tief empfundene Wunsch, gequälte Kreaturen aus der menschengemachten Hölle zu erlösen. Mein persönlicher Grund ist, dass ich manchmal nachts weinend aus Alpträumen aufwache, weil das, was wir den Tieren antun, so entsetzlich ist, dass es jeder Beschreibung spottet. Und deshalb muss ich etwas dagegen tun und bin noch lange nicht extrem genug.

Hab ich alles abgehakt? Ja, sieht so aus. Dann zitiere ich Herrn Trapattoni: Ich habe fertig.

Ich blöde, vegane Extremistin

In einer Diskussion andernorts im Internet wurde mir unter anderem vorgeworfen, dass ich

1) mir zum Thema Landwirtschaft gefälligst keine Meinung zu erlauben habe, wenn ich nicht selbst Landwirtin sei,

2) mein Engagement für Tiere ein klares Indiz dafür sei, dass mir leidende Menschen offenbar völlig egal seien,

3) ich ein Extremist sei.

Da diese Diskussion im Web-Raum eines anderen begann, beschloss ich, mich von dort zurück zu ziehen, um das Hausrecht des Eigentümers zu wahren. Wenn schon Scheiße aufgewirbelt werden muss, dann nicht im Wohnzimmer eines anderen. Außerdem gab es zu viele Vorwürfe und Unterstellungen, um sie alle in einer kurzen Notiz zu beantworten.  So entstand dieser Blog-Beitrag. Er ist meine Antwort an diese Person.

Jemandem, der sich bereits mit Tierrechten auseinandergesetzt hat, werden einige meiner Formulierungen bekannt vorkommen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn ich schätze Gary L. Francione, renommierter Professor für Jura an der Rutgers Universität in Newark, Tierrechtler und seit mehr als 30 Jahren Veganer, sehr. Ich mag seine unsentimentale, schnörkellose und klare Rhetorik außerordentlich. Buchempfehlung und Homepage: Abolitionist Approach: Eat Like You Care

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Zum mehrfach wiederholten Vorwurf, mir seien misshandelte Kinder, obdachlose Menschen (wohlgemerkt natürlich nur die “unverschuldet” in Not geratenen) und andere leidende Menschen völlig egal:

Man folgert so: Da ich mich für Tiere einsetze, müssen mir “logischerweise” Menschen völlig egal sein. Aber ich darf Ihnen etwas ganz Erstaunliches verraten: Engagement für das eine schließt nicht automatisch Engagement für anderes aus. Wenn ich allerdings Menschen unterstütze, werde ich niemals deswegen angegriffen oder beleidigt. Deshalb muss ich in diesem Bereich auch weder aufklären, noch dafür werben. Es gibt nämlich bereits sehr viel Unterstützung.

Ich bin der festen Überzeugung, dass, solange wir uns Grausamkeiten anderen Lebewesen gegenüber erlauben, wir auch Grausamkeiten untereinander dulden. Die Rücksichtslosigkeit, mit der wir andere Lebewesen behandeln, überträgt sich auch auf unser Verhalten gegenüber Mitmenschen. Solange wir andere Lebewesen als weniger wichtig, weniger wertvoll erachten, solange werden wir auch andere Menschen in wichtige und unwichtige einteilen und dementsprechend behandeln. Die komplette Ablehnung jedweder Grausamkeiten, unabhängig von der Spezies, ist somit meiner Meinung nach eine Grundvoraussetzung für die Schaffung einer friedlicheren Welt. Mit dem Veganismus kann man also das Übel an der Wurzel packen.

Ich bin keine Landwirtin und muss es auch nicht sein, um erkennen zu können, dass dort einiges falsch läuft. Aber ich kann lesen und habe somit die Möglichkeit, mich kundig zu machen. Es gibt die biologisch-vegane Landwirtschaft und sie funktioniert. In vielen Fällen sogar besser als die konventionelle Landwirtschaft.  http://biovegan.org/

Ein schönes Beispiel, dass Umdenken zu erstaunlichen Erfolgen führen kann, gab es in diesem Frühjahr, als es Bauern in Indien gelang, durch ökologische Landwirtschaft Rekordernten zu erzielen:
http://www.gute-nachrichten.com.de/2013/02/erfolgsgeschichten/biologischer-anbau-fuehrt-zu-rekord-ernte/
Hier ein detaillierter Artikel, allerdings auf Englisch:
http://www.theguardian.com/global-development/2013/feb/16/india-rice-farmers-revolution

Sie fragten, wo denn der Dünger für die Felder herkommen soll, wenn nicht von Tieren?

Es gibt andere Arten, Felder fruchtbar zu machen. Dazu gehören intelligent geplante Fruchtwechsel, Permakultur, kluger Anbau (z.B. 3 Schwestern), Einsatz von Leguminosen (nicht nur zum Unterpflügen, sondern durchaus auch zur Nahrungsmittel-Herstellung, googeln Sie ruhig mal nach Süß-Lupinen), um nur ein paar Alternativen zu nennen. Es gibt Hunderte Webseiten, Schulungs-Videos und Bücher, um sich detailliert zu informieren (s.o.). Wer nach Möglichkeiten sucht, wird welche finden, alle anderen finden Ausreden.

Ich frage mich aber, wieso das Ausbeuten und Töten von Tieren geeignet sein soll, ausreichend Dünger zu gewährleisten. Als ich das letzte Mal nachsah, mussten Tiere am Leben sein, um zu kacken. Wenn es wirklich um Dünger ginge, wäre es völlig ausreichend, nur die paar zu haben, die die nötige Menge produzieren. Diese bräuchte man weder gnadenlos auszubeuten noch zu töten, um an den Dünger zu kommen. Ganz im Gegenteil würde es sogar eher Sinn machen, diese so lang wie möglich liebevoll zu hegen und zu pflegen, also bis zu ihrem natürlichen Ende durch Altersschwäche.

Unser Problem ist auch nicht zu wenig Dünger, sondern zu viel. Die aberwitzigen Mengen an Gülle, die in der Tierhaltung produziert werden, vergiften schon längst Böden und Grundwasser.
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/2226527/

Und Sie wollen mir doch wohl nicht ernsthaft weismachen, dass Sie beim Konsum von Tierprodukten daran denken, wie gut es ist, dass Sie nun einem Bauern zu genügend Dünger für seine Felder verholfen haben?

Zum Thema Tiernahrung:

Soweit ich weiß, werden keine Tiere ausschließlich für die Herstellung von Tierfutter getötet. Im Tierfutter landen die ansonsten unverkäuflichen Reste. Hunde- und Katzenfutter sind nur eine Möglichkeit für die Fleischproduzenten, auch noch die Abfälle zu vergolden. Tierfutter ist ein Nebenprodukt der Fleischproduktion für Menschen. Solange es nicht-vegane Menschen gibt, wird es auch dieses Nebenprodukt geben.

Sollte die Menschheit tatsächlich morgen plötzlich vegan werden, dann ist es beruhigend zu wissen, dass es möglich ist, Hunde und Katzen vegan zu ernähren. Tatsächlich bessern sich bei vielen dadurch etwaige vorhandene gesundheitliche Probleme, ganz ähnlich wie bei Menschen. Auch hierzu gibt es eine Menge Informationen.
http://www.vgt.ch/vn/0901/vegane-hunde.htm
Der englische Border Collie Bramble wurde vegan ernährt und erstaunliche 27 Jahre alt.
http://www.care2.com/greenliving/vegetarian-dog-lives-to-189-years.html
Hier noch eine Liste von Dr. Henrich, der dankenswerterweise eine sehr umfangreiche Sammlung zusammengestellt hat:
http://www.provegan.info/de/infothek/kategorie/vegane-haustierernaehrung/

Dass die Ernährung von Hunden und Katzen zu einem echten Dilemma werden kann, steht außer Frage. Wieso aber diskutieren über die Ernährung von Tieren, wenn es zunächst einmal um die Ernährung von Menschen ging? Wir töten all diese Tiere schließlich für unseren Appetit. Womit wir beim nächsten Ablenkungsmanöver sind:

“Sollen etwa Löwen zu Vegetariern gemacht werden?”

Sind Sie ein Löwe? Ich vielleicht? Nein? Was gehen uns dann im Kontext des menschlichen Tierkonsums die Löwen und andere fleischfressende Wildtiere an?

“Wenn der das macht, dann darf ich aber auch!” – Das ist doch ein Einwurf auf Kindergarten-Niveau. Also ehrlich.

Es gibt Länder, da ist es legal und durchaus üblich, kleine Mädchen durch Zwangs-Hochzeit an ihre erwachsenen “Ehemänner” auszuliefern. Sollen wir das vielleicht hier auch einführen, nur weil es woanders getan wird? Es gäbe sicher welche, die das befürworten würden. Ich denke, wir stimmen darin überein, dass Zwangsheirat, und ganz besonders die von Kindern, als moralisch überaus verwerflich zu erachten ist. Was antworten Sie also jemanden, der nun sagt: “Wenn das woanders legal ist, dann will ich das bei uns auch!”

Davon abgesehen, haben Tiere im Gegensatz zu uns Menschen nicht so viele Wahlmöglichkeiten. Wenn ein Löwe nicht jagt, muss er verhungern. Wenn ein Mensch sich nur von Pflanzenprodukten ernährt, hat er sogar eine gute Chance auf ein längeres Leben bei besserer Gesundheit. Verhungern muss er jedenfalls nicht. Wir haben die Wahl. Wir können zwar Fleisch und Milchprodukte essen, müssen es aber nicht.

Darüber hinaus erfüllen die fleischfressenden Tiere in freier Wildbahn eine wichtige Aufgabe im ökologischen Gleichgewicht und sie sind bisher nicht dazu übergegangen, ihre Beutetiere in großem Stil gewaltsam zu vermehren, unter fürchterlichsten Bedingungen an der Grenze zum Tod dahinvegetieren zu lassen und rücksichtslos auszubeuten, bevor sie sie töten. Ganz im Gegensatz zu uns Menschen, denn unser maßloser Tierkonsum bringt inzwischen den gesamten Planeten aus dem Gleichgewicht. Wir zerstören ganze Ökosysteme, nur um genügend Fleisch und Milchprodukte herzustellen. Das ist reiner Wahnsinn und durch nichts zu rechtfertigen. “Es schmeckt halt” ist kein guter Grund, um sich die eigene Lebensgrundlage zu vernichten.

Haben Sie sich eigentlich jemals bewusst gemacht, wie viel pflanzliche Nahrung und Wasser benötigt wird, um Fleisch und Milchprodukte zu erzeugen? Die Tiere leben ja nicht von Luft und Liebe. Sie verbrauchen gewaltige Mengen an Land, Wasser und Futtermitteln. Wir könnten den weltweiten Wasserverbrauch drastisch senken, die Grundwasser-Reservoire könnten sich erholen, wir könnten die landwirtschaftlichen Anbauflächen massiv verringern, die Regenwälder wieder aufforsten, natürliche Habitate wiederherstellen, um die Artenvielfalt zu gewährleisten, und trotzdem alle Menschen satt machen, wenn wir nur aufhören würden, statt dessen gequälte Kreaturen zu mästen.

http://www.pro-regenwald.org/hg_fleisch

Jedes Jahr verhungern 6 Millionen Kinder. Der Raubbau an Flächen für Tierweiden und Kraftfutter-Monokulturen zerstört die Böden, die Ökosysteme und entreißt somit ihren Eltern, manchmal ganzen Nationen, die Lebensgrundlage. Riesige Landstriche versteppen, werden nach und nach zu Wüsten, der fruchtbare Boden erodiert und es wird Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte dauern, bis sich diese wieder regeneriert haben. Kleinbauern werden von ihren Feldern vertrieben, oft unter massiver Gewalt, Mord und Vergewaltigung inklusive, um Platz zu schaffen für die Agrar-Riesen.

Ich finde es pervers, hier leidende Kreaturen zu mästen und dort leidende Menschen verhungern zu lassen. Die armen Tiere wären besser nie gewaltsam (Stichwort: rape rack) in diese Welt gezwungen worden. Und wenn es sie nicht gäbe, dann wäre genug für alle Menschen da.

http://www.tierrechte.de/themen/ernaehrung/essen-wir-die-welt-kaputt
http://land-grabbing.de/triebkraefte/futtermittel/fallbeispiel-sojaproduktion-in-lateinamerika/
http://r1.ufrrj.br/geac/portal/wp-content/uploads/2012/11/BORRAS-et-al-Land-grabbing-in-Latin-America-2012.pdf

Meiner Meinung nach ist der Konsum von Tierprodukten genauso Tierquälerei wie die Veranstaltung von Hunde-, Hahnen- oder Stierkämpfen beispielsweise. Der eine sagt “es schmeckt”, der andere sagt “es macht Spaß” oder nennt es “Kultur”. Keiner dieser Gründe kann Grund genug sein, andere Lebewesen zu quälen und zu töten. Nichts davon ist unabdingbar für unser Überleben und Wohlbefinden. Es gibt keinen qualitativen Unterschied zwischen denjenigen, die sich blutgierig und sensationsgeil um einen Hundekampfring versammeln, und denen, die lachend um einen Grill voller Leichenteile anderer gequälter Tiere herumsitzen. Es gibt nur einen quantitativen Unterschied: Für die fröhlichen Runden am Grill werden ungleich mehr Tiere geschunden und getötet. Das eine wie das andere ist Tierquälerei. Und es wird Zeit, das auch endlich klar und deutlich beim Namen zu nennen.

Wussten Sie schon, dass mehr als die Hälfte der klimaschädlichen Gase in der Tierhaltung entstehen?
Laut eines Reports der Vereinten Nationen ist “die Fleischindustrie einer der größten Verursacher der heutigen Umweltprobleme” (Dr. Henning Steinfeld, U.N. Food and Agriculture Organization).
Kurzfassung: http://en.wikipedia.org/wiki/Livestock’s_Long_Shadow
Originalbericht: ftp://ftp.fao.org/docrep/fao/010/a0701e/a0701e00.pdf

Durch eine simple Ernährungsumstellung könnten wir auf schnelle und wirksame Weise der Klimaerwärmung und den meisten anderen ökologischen und sozialen Problemen sehr wirksam gegensteuern. Viel schneller und viel einfacher als alles andere Flickwerk (“Energiesparlampen”), das zur Zeit propagiert wird. Es wäre so einfach! Nur ein paar neue Rezepte lernen. Ist das wirklich zu viel verlangt?

Ich versuche ja, geduldig zu sein, aber manchmal platzt mir der Kragen angesichts des grassierenden Egoismus, der allgemeinen Apathie und Uneinsichtigkeit. Und das, obwohl die Meisten tief in ihrem Inneren zustimmen. Fast alle finden es furchtbar, wenn Tiere grundlos gequält werden und dennoch kämpfen sie verbissen darum, auch weiterhin in totalem Widerspruch zu ihren eigenen Wertvorstellungen zu leben. Ich nenne das schizophren.

Wir sind zu so viel Gutem fähig! Warum nur beharren wir mit einer solchen Inbrunst darauf, weiterhin etwas zu tun, das wir nach unserer eigenen Werteskala verabscheuen?

Viele bezeichnen sich selbst nicht nur als tierlieb, sondern nennen sich sogar Tierschützer, finden aber nichts dabei, Nahrungsmittel zu „genießen“ die von gequälten, maximal ausgebeuteten Geschöpfen stammen. Da kann man nur inständig hoffen, niemals unter dem „Schutz“ von Menschen zu stehen, die ein solches Verständnis von Liebe und Schutz haben.

Ich mag auch nicht länger schweigen zu dieser ewigen Selbstbeschwichtigung, die da lautet: “Ich esse nur Bio-Fleisch, vom Bauern nebenan. Da weiß ich, dass es den Tieren gut geht.” Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass gerade die “Bio”-Fleisch-Esser einmal in sich gehen und hinterfragen, was sie da eigentlich reden.

Es ist ein alter Spruch, aber trotzdem wahr: Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren, nur von toten Tieren.

Sie alle haben die fürchterlichste Angst durchmachen müssen – Todesangst. Oft wurden sie vorher viele Stunden in überfüllten Transporten ohne Wasser oder Futter durch die Welt gekarrt. Im Winter bei bitterer Kälte, im Sommer unter sengender Hitze. Sie alle sterben jung, sehr jung. Sie erreichen höchstens einen Bruchteil ihres normalen Lebensalters. Manche kommen nicht einmal aus dem Babyalter heraus. Man kann uns mit Recht Kindermörder nennen, denn selbst Milchkühe, die wegen Nachlassen der Milchleistung zum Dank in den Schlachthof gebracht werden, sind immer noch Jugendliche gemessen an dem Alter, das sie erreichen könnten.

Wie groß die Todesangst ist, können Sie sich hier ansehen. Keine Sorge, Ihr vor lauter Tierliebe sicherlich sehr empfindsames Gemüt wird weder mit Gewalt noch mit Blut konfrontiert. Nur mit dreieinhalb Minuten nackter Angst:

http://www.youtube.com/watch?v=LUkHkyy4uqw

Und wenn die “Betäubung” nicht funktioniert, dann müssen sie ihre Weiterverarbeitung bei vollem Bewusstsein erleben. Das passiert auch “Bio”-Tieren, denn letzlich landen sie alle in denselben Schlachthöfen. Man schätzt, dass etwa 10% dieses Schicksal erleiden, aber die Dunkelziffer dürfte bei 20% liegen. Ich habe auf einer Veranstaltung ein Video aus einem deutschen Schlachthaus gesehen, da hat bei 6 von 30 Kühen die Betäubung versagt. Das gellende Schmerzens-Gebrüll der hilflosen Tiere wird mir für immer in den Ohren klingen.

Das sind keine “bedauerlichen Einzelfälle”, das ist der ganz alltägliche Wahnsinn in den Schlachthäusern und dass es überall auf der Welt so zugeht, zeigt dieser Bericht aus einem amerikanischen Schlachthof mit dem Titel “Sie sterben Stück für Stück”.
https://www.uta.edu/philosophy/faculty/burgess-jackson/Warrick,%20They%20Die%20Piece%20by%20Piece%20(2001).pdf

Dass all diese “Bio”-Siegel nichts weiter als Feigenblätter sind, hat dieses Jahr der Deutsche Tierschutzbund bewiesen, als er sich nicht schämte, ein neues Tier”wohl”-Siegel herauszugeben und damit ausgerechnet einem für seine brutale Tierhaltung nachgewiesen tierquälerischen Betrieb wie Wiesenhof eine weiße Weste zu verschaffen. Auch einige Schweinemäster wurden ausgezeichnet. Bei zumindest einem von ihnen ergab eine Undercover-Recherche, dass die Schweine genau wie in der “konventionellen” Haltung auf Spaltenboden in ihrem eigenen Dreck bei Dunkelheit dahinvegetieren müssen. Ich nehme an, dass das kein Anlass für den Tierschutzbund ist, diesem Betrieb das Siegel zu entziehen. Sehr wahrscheinlich wird man wieder einmal “prüfen”. Irgendwann in den nächsten Jahren. Selbstverständlich angemeldet. Wie immer eben. Wie es bis dahin den Tieren wirklich ergeht, darüber brauchen wir uns doch nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Schließlich wurde uns ja versichert, dass man sich kümmern werde.

http://www.mdr.de/nachrichten/tierschutzsiegel100.html
http://www.die-tierfreunde.de/aktivitaeten/545-tierwohllabel-januar-2013.html

Wenn es um Tiere geht, gibt es in Wahrheit kein “Bio” und keine “Humanität”. Das ist nichts weiter als wohlfeile Lüge, um den Verbrauchern wider besseres Wissen ein gutes Gewissen zu ermöglichen. Und, ja, ich bin dieser Lüge selbst auch viel zu lange und viel zu bereitwillig aufgesessen. Und es war bitter, sehr bitter, die rote Pille zu schlucken. Ich bin auch schuldig an diesem entsetzlichen Elend. Schuldig für immer, weil ich so viele Jahre nicht nachgefragt habe, viel zu viele Jahre nicht nachgeforscht habe, weil ich weggeschaut habe, weil es bequemer für mich war. Aber als ich das einmal erkannt hatte, war es nur logisch, die Konsequenzen zu ziehen und es war und ist viel leichter als gedacht.

Zu guter Letzt noch ein kleines Gedanken-Experiment zum Extremismus-Vorwurf:

Mal angenommen, ich setzte mich für politisch Gefangene ein, die in versteckten Hochsicherheitstrakten gefoltert und letztlich ermordet werden. Aber anstatt mich voll und ganz für deren sofortige Freilassung und die komplette Abschaffung dieses Foltersystems einzusetzen, kämpfe ich um Folgendes:

1) Statt der neunschwänzigen Peitsche soll künftig nur noch die siebenschwänzige eingesetzt werden. Damit kann eine “deutliche Verbesserung” für die Gefangenen erreicht werden.

2) Die Bretter, die beim Waterboarding eingesetzt werden, sollen doch bitte künftig gepolstert sein, damit die Armen bei der Wasserfolter nicht auch noch so viele blaue Flecken davon tragen.

3) Statt 90% Schlafentzug nur noch 80% Schlafentzug.

4) Statt einer 2x2m Zelle eine 2×2,5m Zelle.

5) Vor dem Exekutieren sollen die Gefangenen doch bitte “human” betäubt werden, z.B. durch Elektroschocks oder Gas.

6) Einführung dieser Verbesserungen schrittweise im Verlauf der nächsten 10 Jahre.

Wenn ich solcherart für die Rechte der Inhaftierten kämpfen würde, dann würde sich doch jeder an die Stirn greifen und sich fragen, ob ich noch ganz bei Trost sei. Aber wenn es um Tiere geht, die uns völlig hilflos und wehrlos ausgeliefert sind, da finden wir plötzlich Abstufungen von mehr oder weniger Grausamkeit diskutabel? Warum eigentlich? Mit welcher Rechtfertigung?

Es gibt Situationen, da muss man klar Stellung beziehen. Es gibt Themen, da kann ich mich nicht “mäßigen” und will es auch nicht, weil man manches einfach nicht tolerieren darf. Um nur einige zu nennen: Der Holocaust an den jüdischen Mitbürgern im Dritten Reich, Gewalt an Kindern, Sklaverei, Vergewaltigung, Folter, Mord.

Niemand käme auf die Idee, mich als Extremisten zu bezeichnen, weil ich dies alles kategorisch ablehne. Ganz im Gegenteil: Würde ich mich für eine gesetzliche Regulierung des Sex-Trafficking einsetzen statt für die unerbittliche Verfolgung dieser Menschenhändler-Mafia, oder für “weniger schlimme” Formen der Kinderbelästigung, weil dies sicherlich leichter durchzusetzen ist, als völlige Abstinenz, dann würde man mich für geistesgestört halten. Aber wenn es um Tiere geht, die Hilflosesten der Hilflosen, dann ist es plötzlich in Ordnung, faule Kompromisse einzugehen?

Warum ich mich besonders für Tiere einsetze? Sie sind die einzigen Opfer, die nicht für sich selber sprechen können. Menschliche Opfer von Vergewaltigung, Folter, Diskriminierung können sich für sich selbst einsetzen. Sie können uns ihre Situation schildern. Sie und ihre Verwandten und Freunde können für sich und andere kämpfen. Nicht so die Tiere. Wenn wir nicht für sie sprechen, tut es niemand. Sie sind die Hilflosesten von allen und deshalb verdienen sie unsere größte Aufmerksamkeit und brauchen unseren Schutz am meisten.

Wer wirklich etwas für Tiere übrig hat, der hört auf die Stimme seines Herzens, der folgt seinem eigenen Wertesystem und sagt Nein! zu dieser legalisierten Tierquälerei.

Im Grunde ist es ganz einfach: Lebe vegan und sei endlich im Einklang mit Dir selbst, Deinen eigenen Werten und Deinen eigenen Überzeugungen.

Dr. Henrich von ProVegan hilft dabei. Man kann sich für ein kostenloses 30-Tage-Programm anmelden. Dann bekommt man für 4 Wochen Rezeptvorschläge von kinderleicht und schnell bis aufwändig und raffiniert. Es ist so viel einfacher, als man denkt!

http://www.vegangesund.info/index.php?id=252&L=0

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PS: Wer Rechtschreib-, Grammatik- oder Interpunktionsfehler findet, darf sie gerne behalten. Ich habe sie selbstverständlich mit Absicht eingebaut, damit auch Fehlerfinder hier ein Erfolgserlebnis haben. Alle anderen dürfen sich gerne auf den Inhalt statt auf die Form konzentrieren.

PPS: Und nun warte ich geduldig auf die restlichen Einwände, die so sicher folgen werden wie das Amen in der Kirche. Hier die übliche Auswahl:

Aber die armen Pflanzen haben doch auch Gefühle!

Um ein Kilo Fleisch zu produzieren, bedarf es eines Vielfachen an Pflanzen. Weniger Tierleid entspricht also automatisch auch weniger Pflanzenleid. Außerdem haben Pflanzen kein zentrales Nervensystem und ein Schmerzempfinden wäre für ihr Überleben nicht nützlich, da sie keine Möglichkeit haben, sich dem Schmerzauslöser zu entziehen. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass Evolution ihnen ein Schmerzempfinden beschert hat. Fakt ist, wir wissen es nicht genau. Bei Tieren hingegen sind wir sicher, dass sie sowohl Gefühle haben, als auch Schmerz empfinden können. Also sollten wir uns zunächst einmal um die kümmern, bei denen sicher feststeht, dass ihnen geholfen werden muss.

Wie ist es eigentlich möglich, dass sich jemand, der gebeten wird, auf die Empfindungen von Tieren Rücksicht zu nehmen, plötzlich genötigt fühlt, sich Sorgen um die möglicherweise vorhandenen Gefühle von Pflanzen zu machen? Welche Art von Verleugnungs- und Verdrängungsmechanismus wird da in Kraft gesetzt?

Meine Informationen sind einseitig.

Mag sein, aber sie sind logisch und machen Sinn, nicht wahr? Man kann sich das alles auch schön reden, aber man muss kein Adam Riese sein, um sich auszurechnen, dass das Züchten und Töten von über 60 Milliarden Tieren jährlich (Fische und sogenannte Meeresfrüchte nicht eingerechnet) einfach nicht ohne schwerwiegende ökologische Folgen sein kann.

Aber wenn wir keine Nutztiere mehr züchten, dann sterben sie doch aus!

Ja, umso besser. Die meisten sind sowieso Qualzüchtungen, ausgelegt auf maximale Leistung in kürzester Zeit. Sie müssen nicht gesund sein, sie müssen nur solange überleben, bis sie “schlachtreif” sind. Wenn sie überhaupt so lange durchhalten, dann leiden sie schon nach wenigen Jahren unter chronischen Krankheiten. Die Welt braucht sowas nicht, für die Artenvielfalt ist das auch kein Gewinn und die betroffenen Individuen brauchen genetisch vorprogrammierte Handicaps am allerwenigsten. Es gibt ein paar wenige Rassen, die wären robust genug für eine Auswilderung. Denen sollten wir ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit ermöglichen. Alle anderen Nutztierrassen dürfen meinethalben gerne verschwinden. Wenn wir weniger Tiere “verbrauchen” kann Ackerland wieder frei gemacht werden, um mehr Habitate für die Wildformen der domestizierten Tiere zu schaffen. Das wäre erstrebenswert.

Das ganze geht natürlich auch im Rückwärtsgang:
Aber wenn wir die Nutztiere nicht mehr töten, dann vermehren sie sich unkontrolliert und überrennen die Menschheit.

Wohl eher nicht. Die allermeisten der Nutztiere vermehren sich nicht freiwillig, sondern werden zwangsbefruchtet. Wir sind die unkontrollierten Vermehrer, nicht die Tiere. Wenn wir damit aufhörten, wäre der Spuk in etwa 30 Jahren vorbei.

Aber wenn morgen alle zu Veganern würden, wohin dann mit all den Tieren?

Würde es nicht der Anstand gebieten, denjenigen die jetzt noch leben, ein Leben bis an ihr natürliches Ende in Friede und Würde zu ermöglichen? Wir haben so viel Leid über sie gebracht, so viele Milliarden gequält und ermordet – es wäre das Geringste an Wiedergutmachung, das Wenigste was wir tun könnten.

Aber das wird ja nicht geschehen. Wir können nur hoffen, dass immer mehr und mehr Menschen sich dazu durchringen, in Einklang mit ihrer eigenen Überzeugung zu leben und Tierprodukte zu meiden. Dann wird die Nachfrage allmählich sinken, die Fleisch- und Milchprodukte-Herstellung wird immer unrentabler, es werden weniger und weniger Tiere nachgezüchtet und irgendwann ist es ganz vorbei. Das ist das weitaus realistischere Szenario.

Was ist mit den Arbeitsplätzen, die verloren gehen?

In der Geschichte der Menschheit sind immer schon Arbeitsplätze verloren gegangen, wenn die Entwicklung fortschritt. Die Branchen müssen sich anpassen und tun es im Allgemeinen auch.  Oder kaufen Sie etwa immer noch 36er Filmdosen, obwohl sie längst eine Digitalkamera haben, nur um diese Industrie zu unterstützen? Kaufen Sie immer noch regelmäßig Farbbänder für Typenschreibmaschinen oder Musik-Kassetten, um die Arbeitsplätze dieser Hersteller zu erhalten?

Wenn weniger Tierprodukte konsumiert werden, muss statt dessen Pflanzennahrung bereit gestellt werden. Wo die eine Sorte Arbeitsplätze weg fällt, entstehen oft neue, andere Arbeitsplätze. Man darf auch nicht vergessen, dass in den Schlachthöfen meist Billiglöhner aus den Ostblockländern ausgebeutet werden. Menschen, die in einer Notsituation sind, müssen für uns die Drecksarbeit erledigen. Viele leiden unter Depressionen, weil sie es nicht wirklich verkraften oder seelisch verarbeiten können. Andere tun es, weil sie elende Sadisten sind und sich am Leid der Tiere ergötzen. Erstere müssen befreit werden aus dieser fürchterlichen Lebenssituation, die anderen gehören in die geschlossene Anstalt.

Wenn Du vor der Wahl stündest, entweder einen Hund oder ein Kind aus einem brennenden Haus zu retten, wen würdest du wählen?

Diese Frage kann natürlich nur falsch beantwortet werden. Sie ist das übliche Extremsituations-Szenario, um Widersprüche zu provozieren. Diese sollen dann dazu dienen, durch Diskreditierung des Antwortenden auch alles andere, was er bis dahin sagte, zu disqualifizieren.

Antwort: Ich weiß es nicht. Wie ich mich verhalten würde, hinge wohl von der jeweiligen Situation hab. Ich kann nur hoffen, die richtige Entscheidung zu treffen. Kann nur hoffen, überhaupt den Mut aufzubringen, mich in Gefahr zu bringen, um einen anderen zu retten.

Aber lassen Sie uns doch einmal den Spieß umdrehen:

Was würden Sie wohl tun, wenn Sie vor der Wahl stünden, aus einem brennenden Haus entweder Ihr eigenes Kind zu retten oder das Ihrer Nachbarn? Und wenn Sie sich für Ihr eigenes Kind entscheiden, was durchaus verständlich wäre, dürfte man dann daraus folgern, dass die Kinder Ihrer Nachbarn weniger wert sind und daher beliebig geschlagen und gar getötet werden dürfen, wenn uns danach ist? Eine absurde Vorstellung. Und doch wenden wir solches Denken auf Tiere an.

Aber Tierversuche sind doch wohl notwendig?

Eben nicht. Wenn die Tiere uns so ähnlich sind, dann haben sie ein Recht auf ihr eigenes Leben, genau wie wir, und wir haben nicht das Recht, sie in Versuchslaboren zu quälen, genauso wenig wie wir solche Versuche an Menschen durchführen würden. Sind sie uns aber unähnlich, dann sind die Versuche sowieso sinnlos, also unnötig, da nicht auf uns übertragbar.

Die Tragik liegt darin, dass beides zutrifft. Sie sind uns einerseits so ähnlich, dass ihnen ein Recht auf ihr Leben zusteht, andererseits wieder so unähnlich, dass die Versuche keine Rückschlüsse auf die Anwendbarkeit für den Menschen zulassen. Contergan ist das wohl bekannteste Beispiel. Wer mehr Information braucht, kann welche bei den Ärzten gegen Tierversuche finden:

http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/

Ich bin doch auch nur ein Tierquäler, weil ich mir jeden Tag die Zähne putze und dadurch Millionen unschuldiger, einzelliger Bakterien töte.

Nicht lachen. Das ist mir tatsächlich schon vorgeworfen worden.

Ja, es stimmt. 100% tierleidfrei zu leben ist sehr wahrscheinlich nicht möglich. Nicht in einer Gesellschaft wie der unseren, in der die Tierausbeutung auf allen Ebenen derart selbstverständlich und institutionalisiert ist. Aber das wird mich nicht daran hindern weiterhin zu versuchen, diesem Ideal so nahe wie möglich zu kommen. Etwas gar nicht zu versuchen, nur weil Perfektion nicht möglich ist, ist nicht nur dumm sondern außerdem eine ziemlich fadenscheinige Ausflucht.

Überraschung! Ich bin nicht perfekt. Ehrlich? Na sowas! Wer hätte das wohl gedacht? Ich verlange aber auch keine Perfektion von anderen. Alles was ich mir wünsche, ist ein kurzes Innehalten, ein wenig Nachdenken, ein bisschen guter Wille.

Als mir klar wurde, welche Entsetzlichkeiten ich mit meinem Konsumverhalten unterstütze, war die Konsequenz völlig klar und der Schritt zum Veganismus einfach und folgerichtig. Ich wurde von einem Tag auf den anderen vegan. Ja, das geht. Seit dreieinhalb Jahren ernähre ich mich nun völlig vegan. Noch habe ich nicht alle Lebensbereiche veganisiert, aber ich arbeite daran. Dessen ungeachtet ist es ein ziemlich schwacher Vorwand, die mangelnde Perfektion eines anderen als Rechtfertigung für die eigene Untätigkeit ins Feld zu führen.

Ich bin doch eh nur ein Gutmensch und hoffnungsloser Weltverbesserer.

Danke, das ist doch mal ein schönes Kompliment! 🙂

Zu faul, zu dickköpfig – Too lazy, too stubborn

Die niederschmetternde Tragödie ist, dass wir es hier und heute beenden könnten. Es wäre so leicht. Noch nie in der Geschichte der Menschheit war es einfacher, bequemer und sicherer, sich gesund vegan zu ernähren. Wir könnten noch heute alle Tiere aus der menschengemachten Hölle befreien. Es wäre so einfach. Es würde uns so wenig kosten. Nur ein wenig Herzensgüte und die Bereitschaft, neue Rezepte zu erlernen. Aber wir sind zu faul und zu dickköpfig. Das ist alles. Manchmal könnte ich den ganzen Tag schreien.

The devastating tragedy is that we could let it end right here and now. It would be so simple. Never before in the history of the human species was it easier, more convenient, and safer to live healthily on a vegan diet. Already today we could release all animals out of their man-made hells. It would be so easy. It would cost us so little. Just a little kindness of the heart and the willingness to learn a few new recipes. But we are too lazy, and too stubborn. That’s all. Sometimes I could scream all day.

Lottery Winners – Lotteriegewinner

Wir gehen mit dieser Welt um wie Lotteriegewinner, die denken: “Boah! Das ist ja mehr als ich jemals ausgeben kann!” Und dann verjubeln sie in wenigen Wochen alles für Sex, Alkohol und schnelle Autos.

We are treating this world like winners of lottery, thinking: “Wow! This is a whole lot more than I’ll ever be able to spend!” And then they burn it all within a few weeks for sex, alcohol and fast cars.