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Psychotest: Wie sozial verträglich bist du?

Szenario:

Drei Hunde liegen friedlich dösend am Wegesrand unter einem Baum im Schatten. Ein Mann geht vorbei und tritt einem der Hunde kraftvoll in die Rippen.

Was tust du?

1. Nichts natürlich. Jeder wie er mag. Er respektiert deine Entscheidung, keine Hunde zu treten, also respektierst du seine auch. Außerdem sind Hunde schon immer getreten worden und es wird auch immer Menschen geben, die Hunde treten, also was soll’s? So ist eben die Welt.

2. Du klopfst dem Mann bewundernd auf die Schulter und lobst ihn dafür, dass er die anderen beiden Hunde nicht auch getreten hat. Absolut großartiger, selbstloser Verzicht und auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

3. Du stellst den Mann zur Rede, versuchst dem getretenen Hund zu helfen und die anderen beiden aus der Gefahrenzone zu bringen. Dann erklärst du dem Mann, dass es nicht in Ordnung ist, fühlende Wesen nur zum Vergnügen zu verletzen und dass er das zukünftig unterlassen sollte.

Auflösung:

1) Glückwunsch! Du bist ein toleranter, realistischer Mensch, der andere respektiert und es nicht nötig hat, ihnen die eigene Meinung aufzuzwingen. Du bist somit ein hervorragend sozial verträglicher Mensch und bei allen zu Recht beliebt.

2) Du bist ein Held für die Tiere und weißt einfach, wie man seine Mitmenschen motiviert und überzeugt. Dabei wirst Du jedoch nie überheblich und verlangst nie zuviel. Deine Sozialverträglichkeit ist vorbildlich und Du verdienst es, dass alle Dich bewundern und Deine Freunde sein wollen.

3) Leider verloren! Deine Sozialverträglichkeit lässt deutlich zu wünschen übrig. Lass doch endlich die Moralkeule stecken, denn damit erreichst Du niemanden! Mit Deinen völlig überzogenen, unrealistischen Forderungen treibst Du alle in die Flucht. Hör endlich auf, zu missionieren und allen Deine Meinung aufzuzwingen, dann kann auch aus Dir noch ein Menschenfreund werden.


Dieses Gedankenexperiment ist nicht neu und auch nicht originell, aber ich wollte es dennoch in meinen eigenen Worten ausdrücken. Hier die beiden Beiträge, die mich dazu inspiriert haben.

Zuerst die schlafende Katze von “Free From Harm”, einem sehr lesenswerten Blog:

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Und zweitens, dieser ebenfalls sehr lesenswerte Beitrag vom Semantic Parser, in dem es um Zivilcourage geht:

http://veganswer.de/jeder-wie-er-will-gedankenexperiment/